„Mit einem Lügner in den Wahlkampf“: Berliner Parteien werfen Kai Wegner Täuschung vor
Berliner Zeitung
Deutlich ausführlicher argumentiert das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Landeschef Alexander King stellt nicht nur Wegners Darstellung infrage, sondern dessen tatsächliche Rolle während der Krise insgesamt. Aus seiner Sicht habe der Regierende Bürgermeister „keine größere Rolle gespielt“, gleichzeitig habe die Senatskanzlei versucht, diesen Umstand „durch wolkige Antworten und Halbwahrheiten zu vertuschen“. Dass Wegner sich die vorzeitige Wiederherstellung der Strom- und Wärmeversorgung anschließend selbst zugeschrieben habe, sei „wahnsinnig peinlich“.
Zugleich verknüpft King die Kritik mit grundsätzlichen Fragen der Krisenvorsorge in Berlin. Der zivile Katastrophenschutz sei strukturell schlecht aufgestellt, Zuständigkeiten zwischen Land und Bezirken seien „dysfunktional“, es fehle an Reservesystemen und klaren rechtlichen Grundlagen. Entscheidend sei daher nicht nur die Aufarbeitung des konkreten Falls, sondern die Frage, wie die kritische Infrastruktur der Stadt künftig krisensicher gemacht werden könne.
