Dem Sport- und Erholungszentrum SEZ an der Landsberger Allee droht der Abriss – nach Jahrzehnten der Vernachlässigung. Eröffnet 1981, spielt es in der Erinnerung vieler Ostberliner an ihre Kindheit oder Jugend eine bedeutende Rolle. Aber in den 90er Jahren wurde die Nutzung schrittweise eingestellt und 2002 wurde das SEZ von SPD und Linken für 1 Euro privatisiert, anschließend verfiel es weitgehend ungenutzt, 2018 beschlossen SPD, Linke und Grüne den Bebauungsplan, der das SEZ mit Wohnungen überplant hat, seit 2024 gehört es wieder dem Land Berlin, das es nun aber abreißen will.

Eine Bürgerinitiative fordert den Erhalt und die Wiederaufnahme der Sport- und Freizeitangebote von früher. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg befürwortet einen Erhalt mit eingeschränkter Nutzung plus Wohnungsbau. Viele Gründe sprechen für den Erhalt: der Bedarf an Schwimm- und Sportflächen, die emotionale Bindung der früheren Nutzer, ökologische Aspekte („Graue Energie“). Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde das Für und Wider in einer Anhörung mit Sachverständigen abgewogen. Zur Sanierungsfähigkeit des Komplexes gab es unterschiedliche Ansichten. Offen blieb die entscheidende Frage nach den Kostenszenarien.

Das BSW unterstützt den Kampf um den Erhalt des SEZ, aber dass Linke und Grüne heute gegen den Abriss Sturm laufen, den sie einst selbst mit dem Bebauungsplan indirekt mit beschlossen haben, dass speziell die Linke versucht, die Zeit der Privatisierung und Verwahrlosung auf die Nachwendejahr und damit vor ihre Regierungsverantwortung zu schieben, legt den Verdacht nahe, dass hier auch viel Wahlkampfgetöse im Spiel ist.