Mit SMS gegen die Stromkrise: Antworten des Senats bringen Kai Wegner weiter in Bedrängnis
Alexander King, der die Affäre mit seinen parlamentarischen Anfragen maßgeblich beleuchtet hat, zieht nach der neuen Senatsantwort eine wenig schmeichelhafte Bilanz. „Wie und wo auch immer der Regierende Bürgermeister den Morgen und den Vormittag des 3. Januar 2026 verbracht hat – mit Krisenmanagement hatte es offenbar nicht allzu viel zu tun“, sagt King. „Und so auslaugend, dass er zur Mittagszeit dringend beim Tennisspiel ‚den Kopf freibekommen‘ musste, kann es auch nicht gewesen sein.“
King verweist auf den Kern des Problems: „Im Wesentlichen sind ja nur der Austausch von SMS mit der Senatorin Spranger und nicht näher bezeichnete Kontaktaufnahmen mit der Senatorin Giffey und Mitarbeitern der Senatskanzlei übriggeblieben. Dem Krisenmanagement im eigentlichen Sinne hat sich Kai Wegner erst in den sehr späten Abendstunden gewidmet.“ Und dann die Frage, die in ihrer Schlichtheit schneidend ist: „Und man fragt sich: Wieso so spät? Was war da los?“
Auch die nachträgliche Entschuldigung der Senatskanzlei lässt King nicht gelten: „Dass sich die Senatskanzlei für die bewusst irreführende Kommunikation des Regierenden Bürgermeisters bei den Berlinern im Nachhinein entschuldigt, ist ja schön und gut. Aber die Entschuldigung kam erst, als die Irreführung aufgeflogen war.“ Sein Fazit: „Insofern bleibt das ungute Gefühl, dass man sich auf den Regierenden Bürgermeister im Krisenfall eben nicht verlassen kann – und dass er es möglicherweise mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt.“

