Von Hause aus gefährlich
junge Welt
»Es ist ein friedenspolitisches Thema«, erklärte der BSW-Abgeordnete Alexander King am Mittwoch abend im Sprechsaal des Berliner Rathauses. Den Versuch, das Russische Haus zu schließen, ordnete er in einen größeren politischen Zusammenhang mit der Wiederaufrüstung und Kriegsvorbereitung ein. Die Regierung würde zunehmend versuchen, die Kanäle des Austauschs abzuschneiden, während die Bevölkerung gleichzeitig auf einen möglichen Konflikt vorbereitet werde.
Kings Partei hatte zu der Veranstaltung mit dem Titel »Erinnerung bewahren, Kulturbrücken erhalten« eingeladen: Diskussion und Reflexion über die Berliner Gedenkorte, den Umgang mit historischen Symbolen im Zusammenhang mit der Sowjetunion und die Frage, ob das Russische Haus als Ort des kulturellen Austauschs erhalten bleiben soll. »Wenn wir erwarten, dass wir bald zu einem Frieden kommen und wieder gute Nachbarschaftsbeziehungen haben werden, dann würde man nicht auf die Idee kommen, das Russische Haus zu schließen«, sagte King. »Wollen wir alle Kontakte mit Russland abbrechen?« fragte der BSW-Politiker weiter, der die Landesliste des BSW als Spitzenkandidat bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September anführt.
Der promovierte Geograph King äußerte sich zum zunehmenden Geschichtsrevisionismus, der »früher von rechts üblich war und jetzt vor allem von Grünen und Linken getrieben wird«.
