Auf eine Friedensdemo gehen, die von Querdenkern organisiert wurde und an der auch Rechte teilnehmen – darf man das?
NachDenkSeiten
Sehr geehrte Kollegen vom ver.di Bezirk Berlin, ich bin seit vielen Jahren Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Als solches erreichte mich am Dienstag euer Aufruf, ich solle mich an diesem Samstag an der Demonstration “Alle zusammen gegen den Faschismus!” beteiligen. Leider musste ich feststellen: Diese Demonstration richtete sich keineswegs “gegen den Faschismus”, sondern gegen eine am selben Tag stattfindende Friedensdemonstration unter dem Motto “Frieden und Freiheit”. Bei der Friedensdemonstration sei mit der Teilnahme von “Neonazis, Faschist*innen und Antisemit*innen” zu rechnen und die AfD würde dort Anhänger rekrutieren, hieß es in einem von euch verschickten Aufruf zur Gegendemo. Ich bin nicht zu eurer Gegendemo gegangen, sondern habe mir stattdessen einen eigenen Eindruck von der Demonstration für “Frieden und Freiheit” verschafft. Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber. Denn was ich gesehen habe, sah anders aus, als von euch beschrieben.
Quelle: Alexander King via Frederick Broßart auf Twitter/X
Anmerkung Tobias Riegel: Alexander King trifft mit seiner Kritik an Verdi ins Schwarze – vor allem auch mit diesem Satz: “Wir hören von den Gewerkschaften – und leider auch von euch – keinen Mucks angesichts von Aufrüstung und Kriegsvorbereitung.”
